Fort Sill in Lawton, Oklahoma

Fort Sill in Oklahoma ist ein US-Army Stützpunkt in Lawton, ungefähr 85 Meilen süd-westlich von Oklahoma City. Fort Sill ist der noch einzige aktive US-Army-Stützpunkt in den südlichen Ebenen, der während der Indianer-Kriege gebaut wurden. Fort Sill ist als „National Historic Landmark“ geschützt und ist die Heimat der US-Army-Field-Artillery-School sowie der Marine-Corps-Field-Artillerye-MOS-School, so-wie der US-Army-Air-Defense-Artillery-School, der 31. Air-Defense-Artillery-Brigade, und der 75. Fires-Brigade.

Ausbildungsgebäude für deutsche und internationale Lehrgangsteilnehmer am Waffensystem PATRIOT

Fort Sill ist auch einer der vier Standorte für das Army Basic Combat Training. Es hat eine bedeutende Rolle in jedem großen amerikanischen Konflikt seit 1869 gespielt.
Die 77. Armee-Band ("Der Stolz von Fort Sill") ist Teil des Fires-Center-of Excellence.

Eine weitere Sondereinheit ist die Field-Artillery-Half-Section, eine achtköpfige Gruppe von Soldaten der "Flying Artillery". Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde die „Flying Artillery“ von Pferden gezogen wurden (eine Half Section hatte acht Pferde. Die heutige „Half-Section“ wurde 1969 gegründet, zur 100-Jahr Feier von Fort Sill. Die Pferde der Half Section wurden und werden alle nach ehemaligen kommandierenden Generäle von Fort Sill benannt. Die Soldaten der Half Section sind Freiwillige, während die Pferde, ihre Ausrüstung und der Transport durch wohltätige Spenden finanziert werden. Sie nehmen an militärischen Appellen und an Paraden teil.

Das Beteuungselement Fort Sill des Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrum FlaRakLw USA

Im Jahr 2005 wurde entschieden, die zum damaligen Zeitpunkt in Fort Bliss, Texas stationierte Air Defense Artillery Schule, 6. ADA Brigade, und die dazugehörige Ausrüstung (einschließlich des PATRIOT Flugabwehrsystem) mit rund 4.500 Soldaten nach Fort Sill zu verlegen.

Da die Ausbildung deutscher Lehrgangsteilnehmer am Waffensystem PATRIOT ebenfalls in Fort Sill durchgeführt wurde, etablierte die Luftwaffe im Jahre 2009 das Betreuungselement Fort Sill zur truppendienstlichen Führung aller deutscher Lehrgangsteilnehmer.

Fort Sill beheimatet derzeit drei Museen; Das „Fort Sill National Historic Landmark and Museum“, bestehend aus der ursprünglichen Grenz-Festung und vierunddreißig historischen Gebäuden; das „US Army Field Artillery Museum“ und das „US Army Air Defense Artillery Museum“.

Die Geschichte der US-Armee und die Verbindungen und Auseinandersetzungen mit den Indianerstämmen spiegeln sich auch in den Friedhöfen wieder, die es in Fort Sill gibt.

Der berühmteste ist der „Post Cemetry“ an der Kreuzung von Macomb und Geronimo Roads. Viele Indianerhäuptlinge sind hier begraben. Eine Trennung der Indianergrabstätten von denen der Soldaten fand nicht statt. So wurden in der Nähe der Häuptlingsgräber auch Angehörige der 10th Cavalry Regiment („Buffalo Soldiers“) begraben.

Der Gedenkstein zur Errichtung von Fort Sill im Jahre 1869

Das Gelände von Fort Sill wurde am 8. Januar 1869 von Major Gen. Philip H. Sheridan abgesteckt, der einen Angriff in das Indianer-Territorium führte, um Indianerstämme daran zu hindern, Grenzsiedlungen in Texas und Kansas zu überfallen.

Anfangs wurde die Garnison "Camp Wichita" genannt und wurde von den Indianern als "das Soldatenhaus in Medicine Bluffs" bezeichnet. Sheridan änderte den Namen in Fort Sill, zu Ehren seines West Point Mitstreiters und Freund, Brigadegeneral Joshua W. Sill, der während des amerikanischen Bürgerkrieges getötet wurde.

Unterkunftsgebäude für Unteroffiziere, die mit Ihren Familien "on post" lebten

Im Juni 1874 zogen die Comanches, Kiowas und Southern Cheyennes in den Krieg und die südlichen Ebenen zitterten unter den Hufschlägen der Indianer. Der daraus resultierende „Red River War“, der ein Jahr andauerte, war ein Abwehrkrieg, der die unerbittliche Verfolgung der Indianerstämme durch die Militärs zur Folge hatte.

Ohne eine Chance, ihr Vieh zu weiden und mit dem Verschwinden der großen Büffelherden, gaben die Stämme schließlich auf. Quanah Parker und seine Kwahadi Comanches waren die letzten, die sich der US-Armee ergaben und ihre Ankunft im Fort Sill im Juni 1875, markierte zunächst das Ende der indianischen Kriege auf den südlichen Ebenen.

Im Gegensatz zu anderen US-Territorien hatten die Territorien der Indianer keine organisierte Regierung, so wurde die Army-Stützpunkte wie Fort Reno, Fort Supply und Fort Sill zu den bedeutendsten föderalen und juristischen Präsenzen in einem weiten Gebiet.

Sie schützten Indianer und Zivilisten gleichermaßen, vermittelten zwischen den Indianern und den sogenannten Agenten (Angestellte der US-Regierung, die den Indianerstämmen bei der Sozialisierung und der Landwirtschaft helfen sollten). Die Soldaten schützten die verschiedenen Indianerstämme auch vor dem Eindringen durch die berüchtigten „Sooners“ (Siedler, die sich unrechtmäßig Land angeeignet haben).

Das Grab von Geronimo auf dem "Apache-Cemetry" in Fort Sill

Im Jahre 1894 wurden Geronimo und 341 weitere Chiricahua Apachen als Kriegsgefangene nach Fort Sill gebracht, wo sie in Dörfern lebten, die in der Umgebung von Fort Sill verstreut waren.

Nach einigen Jahren erhielt Geronimo die Erlaubnis, mit der Wild West Show von Pawnee Bill zu reisen und trat in den 1890er und frühen 1900er Jahren bei mehreren jährlichen Weltausstellungen und Shows mit Indianern auf. Geronimo und andere Indianerhäuptlinge ritten auch in der Parade zur Amtseinführung von Präsident Theodore Roosevelt mit.

Geronimo verstarb im Jahre 1909 an einer Lungenentzündung und wurde in auf dem „Apache Cemetry“ Fort Sill beerdigt.

Der Rest der Apachen blieb bis 1913 in Fort Sill. Im Jahr 1914 zogen zwei Drittel des Stammes in die Mescalero-Apachen-Reservate. Die verbliebenen Chiricahua-Indianer ließen sich in Fletcher und Apache, Oklahoma nieder. Sie wurden die noch heute bekannten Fort-Sill-Apachen.

Das "Sherman-House", benannt nach General William T. Sherman, der hier während eines Besuchs im Jahre 1871 weilte

Die letzten indianischen Gebiete in Oklahoma wurden für die Siedler im Jahre 1901 geöffnet. Im Juli des gleichen Jahres wurden 29.000 Siedler in Fort Sill für die Land-Lotterie registriert. Am 6. August wuchs die Stadt Lawton zur drittgrößten in Oklahoma auf.

Während der 1890er Jahre sank die Bedeutung von Fort Sill und die Schließung wurde in Betracht gezogen.

Die „School of Fire“ der Field-Artillery wurde im Jahre 1911 gegründet und existiert noch heute, als die weltbekannte US Army-Field-Artillery-School.

Im Jahr 1917 wurde das Henry-Post-Army-Airfield für die Artillerie-Beobachtung gebaut.

Während des Ersten Weltkriegs wurde Montgomery M. Macomb, ein Brigadegeneral und Artillerieoffizier, reaktiviert, um das Kommando über Fort Sill zu übernehmen und die US-Army Schulen und deren Trainingsprogramme zu überwachen.

Das erste Hauptquartier der "school of Fire for Field Artillery", erbaut 1909

Fort Sill ist auch Geburtsort der US-Kampfluftfahrt. Das 1st Aero Squadron, unter Captain Benjamin D. Foulois, empfing ihre neuen, noch nicht montierten Flugzeuge im Jahre 1915. Am 10. August fanden die ersten Flüge ihrer Curtiss JN-2 statt.

Das Geschwader begann zeitnah mit den Versuchen der Luftaufklärung, um zu sehen, ob sie die Feldartillerie unterstützen können. Doch die Ergebnisse waren enttäuschend, haupt-sächlich wegen der unzureichenden Ausrüstung.

Neues Gerät wurde bestellt und bis zum 14. Oktober wurden die Operationen mit der Feldartillerie wiederaufgenommen. Am 22. Oktober flog Lt. T.D. Milling die ersten beiden Flüge, um die Luftfotografie mit einer Brock-Kamera zu testen. Am 6. November machte das Geschwader erfolgreich ein „Foto-Mosaik“ von 42 Foto-Platten.

Im August 1917 erkundete Captain H.R. Eyrich einen neuen Flugplatz in Fort Sill und errichtete das Henry-Post-Army-Airfield. (benannt nach 2nd Lt. Henry Post, der bei einem Flugzeugabsturz in San Diego 1914 getötet wurde). Sofort wurde mit dem Bau von Flugzeughallen, Büros und Offiziersunterkünften begonnen.

Als die Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg eintraten, wurden auf dem Flugplatz Luftaufklärer für die Feldartillerie trainiert. In der Folge wurden zahlreiche Einheiten aufge-stellt, deaktiviert oder umstrukturiert. Im Jahr 1922 war Fort Sill der verkehrsreichste Flugplatz in den USA. Später wurden neben Flugzeugen auch Heißluftballons zur Luftaufklärung in Fort Sill stationiert.

In den 1930er Jahren wurden zahlreiche Gebäude erneuert, die während des 1. Weltkrieges gebaut wurden. Das Gebäude 4908, ein Hangar zur Flugzeugwartung, das im Jahr 1932 gebaut wurde, ist das älteste Gebäude am Flugplatz.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges übergab das Armee-Air-Corps das Henry Post Army Airfield an die Field Artillery School und der Himmel über Fort Sill war voll mit Grashopper und Bird Dogs (klein einmotorige Flugzeuge). Der ursprünglich fünfwöchige Pilotenlehrgang wurde erweitert, und das Basistraining der zukünftigen Feldartillerie-Piloten wurde in Pittsburg, Kansas und Denton, Texas durchgeführt.

Im Anschluss an die Basisschulung verlegten die Flugschüler nach Fort Sill, um dort als Luftaufklärer ausgebildet zu werden. Bis zum Ende des Krieges wurden 262 Piloten und 2 262 Mechaniker ausgebildet.

1942 wurden in Fort Sill etwa 700 japanische Amerikaner durch das Justizministerium interniert - zumeist waren es Issei (die erste Generation japanischer Einwanderer), die trotz fehlender Beweise als Spione verhaftet und angeklagt wurden. Auch deutsche Kriegsgefangene wurden in Fort Sill interniert.

Fortschritte in der Artillerie und der Radar-Systeme während des Kalten Krieges machten die langsamen Grasshopper und Bird Dogs zu einfachen Zielen - vor allem in den vorderen Be-reichen. Wegen dieser Verwundbarkeit wurden sie während des Vietnamkrieges ausge-mustert.

Die Army-Ground-Forces-Air-Training-School (später umbenannt in Army-Aviation-School) wurde 7. Dezember 1945 aufgestellt. Im Oktober 1948 begann die Ausbildung für die Hubschrauber H25 und H13.

Die Schule wurde 1954 Fort Rucker verlegt, doch auf dem Henry Post Army Airfield verblie-ben dennoch einige Hubschrauber-Einheiten.

1963 wurde die 1st Aerial Artillery Group aufgestellt, um den Hubschrauber CH-34 mit Ra-ketenwerfern auszurüsten. Ebenfalls in den 1960er Jahren wurde die 295th Aviation Com-pany mit zehn Skycrane CH-54A aufgestellt. Heute ist diese Einheit die F-Company, 159th Aviation Regiment und mit CH-47 Chinooks ausgestattet.

Henry Post Army Airfield ist der älteste noch im Betrieb verbliebene Militärflugplatz der US Army.